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Befeuchtung in der Holzindustrie






  Zu niedrige Luftfeuchtigkeit und zu geringe Materialfeuchte bewirken
  • Die Verbindungsfugen an den Rahmenecken lösen sich
  • Besonders anfällige Bestandteile an Möbeln und Innenausbau-Elementen verziehen sich.
  • Mittellagenfugen und Kantenumleimer zeichnen durch
  • Furnierfugen reißen auf
  • An gestrichenen Flächen entstehen Unebenheiten und Oberflächenrisse

Beim natürlichen Wachstum ist Holz auf einen möglichst raschen Wassertransport angewiesen. Seine hygroskopischen Eigenschaften verliert es auch später nicht. Es reagiert also besonders empfindlich auf Feuchtigkeit. Zu nasses Holz quillt, austrocknendes Holz verzieht sich. Diese Maßänderungen verlaufen nicht in allen Richtungen gleichmäßig: das Holz quillt oder schwindet tangential mehr als radial (in etwa im Verhältnis 2:1).
Die ungleichen Maßänderungen und das stärkere "Arbeiten" der Splintpartien gegenüber dem Kernholz führen bei Wassergehaltsänderungen zu Verformungen und häufig zu Rissen. Natürlich hängt die Verformbarkeit des Holzes von der Holzart, vom Raumgewicht, von der Jahresringstellung und der Faserrichtung ab. Durch zweckmäßige Wahl der Schnittart und durch günstige Schnittanordnung kann deshalb Schwind- und Quellverformungen entgegengewirkt werden.

Wo das Holz nicht direkten Feuchtigkeitseinflüssen (z.B. Regen) ausgesetzt ist, entspricht sein Wassergehalt der Feuchtigkeit der Umgebungsluft. Der ideale Wassergehalt des Holzes während der Verarbeitung beträgt 9 - 12%. Diese Werte stellen sich bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50 - 60% von selbst ein. Es entsteht so ein Feuchtegleichgewicht zwischen Luft und Holz. Während der Sommermonate wird diese relative Luftfeuchtigkeit auch in geschlossenen Räumen nur unwesentlich und relativ kurzfristig unter- oder überschritten. Anders verhält es sich während der Heizperiode. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt bei Beheizung der Luft regelmäßig auf 30 - 20%.

Ein so tiefer Wert bildet, besonders wenn er durch ein rasches Absinken der Luftfeuchtigkeit zustande kommt eine akute Schadengefahr für das Holz bei der Lagerung und in jeder Verarbeitungsphase.

Empfohlene Luftfeuchtigkeitswerte in der Holzindustrie

Vorgang/Lokalität

Temperatur
von – bis °C
rel.Feuchte
von – bis %
Mittelwert
% r.F.
Spannplatten
• Herstellung/Lager
12 – 22°C 50 – 55 %  
Fenster/Türen
• Herstellung
20 – 22°C 50 – 60 %  
Furniere
• Schälen/Lagern
15 – 18°C 50 – 60 %  
Modellbau
• Herstellung
• Modelle Lagern
18 – 20°C
12 – 15°C
50 – 55 %
50 – 55 %
 

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